Zum Inhalt springen
Thema

Online-Banking sicher einrichten: So gelingt der Einstieg ohne Stress

Eine verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für den ersten Zugang, die erste Überweisung und den Schutz vor Phishing.

Das Wichtigste in Kürze

  1. 1 Online-Banking wird über die eigene Bank freigeschaltet; zusätzlich ist ein TAN- oder Freigabeverfahren als zweiter Faktor erforderlich.
  2. 2 App-Verfahren brauchen ein geeignetes Smartphone oder Tablet, chipTAN benötigt Bankkarte und TAN-Generator.
  3. 3 Vor jeder Überweisung sollten Empfänger, IBAN, Betrag und die im Freigabegerät angezeigten Auftragsdaten exakt geprüft werden.
  4. 4 PIN, Passwort und TAN gehören niemals in E-Mails, Telefonate oder verdächtige Formulare.
  5. 5 Banking sollte nur über die bekannte Bankadresse oder die offizielle App, auf aktuellen Geräten und nicht im öffentlichen WLAN erfolgen.

Viele Menschen zögern beim ersten Schritt ins Online-Banking nicht wegen der Technik, sondern wegen einer einfachen Frage: Was muss ich tun, damit es sicher bleibt? Genau dabei hilft eine gute Vorbereitung.

Online-Banking kann den Alltag deutlich erleichtern: Kontostand prüfen, Überweisungen erledigen, Umsätze kontrollieren oder Zahlungen freigeben, ohne an Öffnungszeiten gebunden zu sein. Der sichere Einstieg beginnt aber nicht mit der ersten Überweisung, sondern mit der richtigen Einrichtung und ein paar festen Gewohnheiten.

Was Sie vor dem Start wissen sollten

Die Freischaltung läuft in der Regel über Ihre Bank. Das Konto muss für Online-Banking aktiviert werden. Danach erhalten Sie Zugangsdaten wie Benutzerkennung und PIN oder Passwort. Zusätzlich richten Sie ein Freigabe- oder TAN-Verfahren ein, denn beim Onlinezugriff auf Zahlungskonten und bei Onlinezahlungen ist eine starke Kundenauthentifizierung mit mindestens zwei Faktoren vorgeschrieben.

In der Praxis bedeutet das: Sie melden sich nicht nur mit Wissen an, also etwa mit Passwort oder PIN, sondern brauchen zusätzlich einen zweiten Faktor aus einer anderen Kategorie, zum Beispiel ein Smartphone mit Freigabe-App, eine Bankkarte mit TAN-Generator oder in manchen Fällen einen biometrischen Faktor wie Fingerabdruck.

Wichtig ist dabei: Banken verwenden unterschiedliche Namen, Apps, Aktivierungsbriefe und Abläufe. Das Grundprinzip ist ähnlich, die einzelnen Schritte können aber je nach Institut abweichen.

Schritt für Schritt: So richten Sie Online-Banking ein

  1. Online-Banking bei Ihrer Bank freischalten
    Lassen Sie Ihr Konto für Online-Banking aktivieren. Je nach Bank geschieht das in der Filiale, im Kundenservice, per Brief oder in einem bestehenden Kundenportal.

  2. Zugangsdaten sicher entgegennehmen
    Sie erhalten in der Regel eine Benutzerkennung und eine erste PIN oder ein Passwort. Bewahren Sie diese Daten getrennt von anderen Unterlagen auf und geben Sie sie niemals weiter.

  3. Freigabeverfahren auswählen
    Häufig stehen App-Verfahren wie pushTAN oder ein Verfahren mit Karte und TAN-Generator wie chipTAN zur Wahl. Für pushTAN brauchen Sie ein geeignetes Smartphone oder Tablet mit der Freigabe-App. Für chipTAN benötigen Sie Ihre Bankkarte und einen TAN-Generator.

  4. Freigabe einrichten und aktivieren
    Bei App-Verfahren werden oft Aktivierungsdaten per Post oder in der Filiale bereitgestellt. Laden Sie die App nur aus dem Apple App Store oder dem Google Play Store. Folgen Sie anschließend genau den Aktivierungsschritten Ihrer Bank.

  5. Gerät und Zugang prüfen
    Nutzen Sie ein aktuelles Betriebssystem, einen aktuellen Browser und aktuelle Schutzsoftware. Rufen Sie die Bank möglichst über die bekannte Internetadresse oder die offizielle App auf, nicht über Links in Nachrichten.

  6. Ersten Login in Ruhe durchführen
    Melden Sie sich am besten zu Hause in einem vertrauten Netz an, nicht in öffentlichem WLAN. Wenn während des Logins etwas ungewohnt wirkt, brechen Sie ab und kontaktieren Sie Ihre Bank über bekannte Kontaktwege.

Welches Freigabeverfahren passt zu Ihnen?

App-Freigabe oder pushTAN

Dieses Verfahren ist bequem, weil Anmeldung und Freigabe mit wenigen Schritten möglich sind. Sie brauchen dafür aber ein geeignetes Smartphone oder Tablet und müssen die Freigabe-App eingerichtet haben. Wenn das Gerät gewechselt wird, verloren geht oder defekt ist, muss der zweite Faktor meist neu aktiviert werden.

chipTAN mit Karte und TAN-Generator

Hier wird die Freigabe mit Bankkarte und TAN-Generator erzeugt. Das bietet eine klare Trennung zwischen Online-Banking und Freigabe. Dafür kommt ein zusätzliches Gerät hinzu, das Sie bereithalten müssen.

SMS-TAN oder mTAN

Dieses Verfahren ist weiterhin verbreitet. Kritisch wird es vor allem dann, wenn Login und TAN-Empfang auf demselben Gerät stattfinden, weil die Trennung der Faktoren dann schwächer ist.

Entscheidend ist nicht nur, welches Verfahren technisch möglich ist, sondern welches Sie im Alltag zuverlässig nutzen können. Wenn Sie ungern mit mehreren Apps arbeiten, kann ein TAN-Generator übersichtlicher sein. Wenn Sie ohnehin sicher mit dem Smartphone umgehen, ist eine App oft bequemer.

Checkliste vor der ersten Überweisung

Bevor Sie den ersten Auftrag freigeben, prüfen Sie diese Punkte:

  • Empfängername stimmt.
  • IBAN ist vollständig und korrekt eingegeben.
  • Betrag stimmt exakt.
  • Verwendungszweck ist richtig.
  • Die Bankseite oder App ist die gewohnte Anwendung.
  • Die Verbindung ist verschlüsselt; im Browser sehen Sie HTTPS und das Schloss-Symbol.
  • In der Freigabe-App oder auf dem TAN-Gerät werden dieselben Auftragsdaten angezeigt, die Sie eingegeben haben.

Erst wenn diese Angaben übereinstimmen, sollten Sie freigeben. Bei chipTAN erscheinen die wichtigsten Auftragsdaten auf dem TAN-Generator. Bei pushTAN sehen Sie die Daten in der Freigabe-App. Weicht etwas ab, brechen Sie den Vorgang sofort ab.

Die wichtigsten Sicherheitsregeln im Alltag

Sicheres Online-Banking lebt weniger von Fachwissen als von klaren Regeln:

  • Geben Sie Zugangsdaten, PINs und TANs niemals auf Aufforderung per E-Mail, Telefon oder Post weiter.
  • Öffnen Sie keine Anhänge, Downloads oder Links aus verdächtigen Nachrichten.
  • Rufen Sie Ihre Bankseite möglichst über die bekannte Adresse oder die offizielle App auf.
  • Prüfen Sie Adresse, HTTPS und Schloss-Symbol im Browser.
  • Kontrollieren Sie die angezeigten Auftragsdaten vor jeder Freigabe.
  • Halten Sie Betriebssystem, Browser und Schutzsoftware aktuell.
  • Laden Sie Software nur aus seriösen Quellen.
  • Nutzen Sie Online-Banking nicht über öffentliche WLANs.
  • Melden Sie sich nach der Sitzung aktiv ab.
  • Prüfen Sie Umsätze und Kontoauszüge regelmäßig.

Phishing und Betrug erkennen

Betrugsversuche setzen meist auf Zeitdruck und Verunsicherung. Typisch sind Nachrichten oder Anrufe, die behaupten, Ihr Konto werde gesperrt, es gebe ein Sicherheitsproblem oder Sie müssten Daten dringend bestätigen. Ziel ist fast immer dasselbe: Zugangsdaten, TANs oder Kartendaten abgreifen.

Warnzeichen sind vor allem:

  • Druck durch angebliche Fristen oder Sperrungen
  • Links oder Anhänge in unerwarteten Nachrichten
  • Aufforderungen zur Eingabe von PIN, Passwort oder TAN
  • Anrufe, in denen sich jemand als Bank, Kreditkartenfirma, Support oder Callcenter ausgibt
  • Webseiten, die der echten Bankseite nur täuschend ähnlich sehen

Banken und Zahlungsdienstleister fragen vertrauliche Zugangsdaten nicht per E-Mail oder Telefon ab. Wenn Sie unsicher sind, gilt eine einfache Regel: nicht klicken, nichts eingeben, nichts freigeben. Kontaktieren Sie stattdessen Ihre Bank über die bekannte Telefonnummer oder die offizielle Internetadresse.

Was tun, wenn etwas verdächtig wirkt?

Brechen Sie den Vorgang sofort ab, wenn eine Seite ungewohnt aussieht, eine Freigabe nicht zu Ihrer Eingabe passt oder ein Anruf nach PIN oder TAN fragt. Öffnen Sie keine weiteren Links oder Anhänge. Melden Sie unberechtigte Onlinezahlungen sofort Ihrer Bank und prüfen Sie Ihre Kontoaktivitäten engmaschig.

Wenn Ihr zweiter Faktor verloren geht oder nicht mehr funktioniert, kann der Zugang vorübergehend eingeschränkt sein. Deshalb ist es sinnvoll, den Ersatzweg Ihrer Bank früh zu kennen.

Wann persönliche Hilfe sinnvoll ist

Nicht jeder Einstieg muss allein gelingen. Eine Erklärung in der Filiale oder mit einer vertrauten Person kann den Start deutlich erleichtern, vor allem wenn Sie zum ersten Mal mit einer Freigabe-App, einem TAN-Generator oder mehreren Zugangsdaten arbeiten. Wichtig ist nur, dass Ihre persönlichen Sicherheitsmerkmale trotzdem privat bleiben.

Ein guter Einstieg beginnt klein

Sie müssen nicht sofort alles digital erledigen. Für viele ist es sinnvoll, zuerst nur den Kontostand und die Umsätze online zu prüfen, dann eine kleine Überweisung zu testen und erst danach den vollen Alltag umzustellen. So gewinnen Sie Routine, ohne sich unter Druck zu setzen.

Online-Banking ist kein Techniktest, sondern ein Werkzeug für mehr Unabhängigkeit. Wer die Einrichtung sauber angeht und feste Sicherheitsregeln beibehält, kann es souverän und alltagstauglich nutzen.

Schritt für Schritt

  1. 1
    Online-Banking freischalten

    Lassen Sie Ihr Konto bei Ihrer Bank für Online-Banking aktivieren. Je nach Institut geschieht das in der Filiale, per Brief, im Kundenservice oder in einem bestehenden Kundenportal.

  2. 2
    Zugangsdaten entgegennehmen

    Nehmen Sie Benutzerkennung und erste PIN oder Passwort entgegen und bewahren Sie diese Informationen sicher auf. Geben Sie die Daten nicht weiter und nutzen Sie sie nur in der gewohnten Bankumgebung.

  3. 3
    Freigabeverfahren auswählen

    Entscheiden Sie sich für ein passendes TAN- oder Freigabeverfahren. Für pushTAN brauchen Sie ein geeignetes Smartphone oder Tablet, für chipTAN Ihre Bankkarte und einen TAN-Generator.

  4. 4
    Freigabe aktivieren

    Richten Sie die Freigabe-App oder den TAN-Generator nach den Vorgaben Ihrer Bank ein. Laden Sie Apps nur aus offiziellen Quellen und folgen Sie den Aktivierungsschritten genau.

  5. 5
    Gerät und Verbindung prüfen

    Nutzen Sie ein aktuelles Betriebssystem, einen aktuellen Browser und aktuelle Schutzsoftware. Melden Sie sich nur über die bekannte Bankadresse oder die offizielle App und nicht im öffentlichen WLAN an.

  6. 6
    Ersten Login durchführen

    Melden Sie sich in Ruhe zu Hause an und prüfen Sie, ob Ablauf und Anzeige zur gewohnten Bankanwendung passen. Wenn etwas ungewohnt wirkt, brechen Sie ab und kontaktieren Sie Ihre Bank.

  7. 7
    Erste Überweisung kontrollieren

    Prüfen Sie Empfängername, IBAN, Betrag und Verwendungszweck sorgfältig. Vergleichen Sie anschließend die angezeigten Auftragsdaten in der Freigabe-App oder auf dem TAN-Gerät mit Ihrer Eingabe und geben Sie nur bei voller Übereinstimmung frei.

Häufige Fragen

Quellen

  1. 1 TAN- und Freigabeverfahren Sparkasse
  2. 2 Beim Phishing greifen Betrüger sensible Daten ab Polizei-Beratung
  3. 3 Zwei-Faktor-Authentisierung Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik
  4. 4 Starke Kundenauthentifizierung: Regeln für Onlinebanking und Onlineshopping Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
  5. 5 Eure Daten bei der Sparkasse Sparkasse