Wenn Schmerzen das Leben beeinträchtigen

Die natürliche Schmerzwahrnehmung steht durch ihre Warnfunktion im Dienst der Gesundheit. Starke oder chronische Schmerzen beeinträchtigen aber Patienten und ihr soziales Umfeld. Zeitungsartikel berichten von Schmerzpatienten, die Leben rund um den Schmerz organisieren. Nicht selten leiden gerade Senioren in der Folge an Depressionen und Vereinsamung.

 

day 28 Starke Medikamente bei akuten und chronischen Schmerzen

Bei der Therapie aufgrund akuter oder chronischer Schmerzbelastung ist der Einsatz von starken Medikamenten oft unumgänglich. Die Dosierung muss so gewählt werden, dass eine Balance zwischen Nebenwirkungen und Schmerzlinderung gefunden und die Gesundheit des Patienten durch zu hohe Dosen nicht weiter leidet.

 

Schmerztherapie bei Rheuma

Rheuma ist eine Volkskrankheit, von der in Deutschland rund 20 Millionen Menschen Betroffen sind. Rheumatismus verursacht sowohl akute als auch chronische Schmerzen, die Lebensqualität und Alltag der Patienten stark beeinträchtigen. Da Rheuma eine Sammelbezeichnung für ca. 200 Krankheiten ist, leiden nicht nur Senioren, sondern auch jüngere Menschen an Rheuma. Bei rheumatischen Erkrankungen reichen vielfach leichte Schmerzmittel wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure nicht mehr aus. Ärzte entscheiden sich in solchen Fällen zur Gabe starker Schmerzmittel wie Morphium oder Tramal, beides Opioide.

 

Tramal als Alternative zu Morphium

Tramal mit dem Wirkstoff Tramadol wirkt ähnlich wie Morphium, obwohl es selbst kein Opium enthält. Seine Wirkung wird als schwächer eingestuft. Wie Morphium dockt Tramadol im zentralen Nervensystem an den Opioid-Rezeptoren an. Daher wird es als Opioid-Agonist bezeichnet. Zusätzlich vermindert Tramadol die Schmerzwahrnehmung durch seine Wirkung auf den Serotonin- und Noradrenalinstoffwechsel. Schmerzen kommen durch Tramal nur gedämpft im Gehirn an. Als Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wirkt Tramadol ähnlich wie einige Antidepressiva.

 

Verabreichungsformen und Wirkzeitraum

Tramal gibt es zur oralen Einnahme in Tablettenform oder als Brausetabletten. Tramal in Zäpfchenform ist ebenfalls erhältlich. Ein Arzt hat zudem die Möglichkeit der intravenösen Verabreichung. Bei oraler Einnahme tritt die Wirkung nach ungefähr einer Stunde ein und hält sechs bis acht Stunden an. Zäpfchen entfalten ihre Wirkung erst nach zwei bis drei Stunden.

 

Gewöhnungseffekt und Suchtgefahr

Wie alle Opioide hat Tramal ein hohes Suchtpotenzial. Zeitungsartikel und Erfahrungsberichte im Internet berichten von Entzugserscheinungen beim Absetzen. Bei dauerhafter Anwendung sind immer höhere Dosen erforderlich. Keinesfalls sollte der Patient während der Behandlungsdauer Alkohol trinken oder die verschriebene Dosis eigenmächtig erhöhen.
Bild von: karma-police via Compfight

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2 Responses to Wenn Schmerzen das Leben beeinträchtigen

  1. Chaterina says:

    Danke für diesen Beitrag. Früher habe ich nichts über Tramal gelesen und gehört. Vielleicht ist es eine gute Methode, die man versuchen könnte.

  2. Petrak says:

    Meine Mutter leidet an chronischen Schmerzen und Depression. Da sie schon früher gerne Tiere mochte, haben wir es gewagt, ihr im Alter noch einmal eine neue Katze zu schenken. Wir waren skeptisch, ob sich das Tier wohlfühlt, aber bis jetzt geht alles gut und meiner Mutter geht es auch etwas besser als vorher. Zur Beschäftigung, insbesondere wenn meine Mutter schläft, haben wir der Katze ein Spielzimmer mit Kratzbaum eingerichtet. Daneben darf sie auch ab und an raus gehen.
    Nach ein paar Monaten kann ich sagen, dass wir die Gabe von Medikamenten reduzieren konnten. Selbst die Blutwerte haben sich gebessert. Der positive Einfluß von Tieren und natürlich auch Menschen auf das Wohlbefinden von Senioren kann nicht hoch genug bewertet werden. Auch Ärzte sollten darauf öfter hinweisen. In der Praxis lässt sich oft ein Weg finden.

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