Was für Demenzarten gibt es?

Demenz (vom Lateinischen de = von und mens = Verstand; also „ohne Verstand“) ist eine Krankheit, die vorwiegend im Alter auftritt, ihren Ursprung in Fehlentwicklungen des Gehirns hat und immer eine deutlich Verschlechterung des Geisteszustands zu einem vorherigen Zustand aufweist.  Es gibt sehr unterschiedliche Demenzformen.

 

Demenzformen

Der Begriff Demenz umfasst eine Vielzahl (etwa 50) Krankheiten. Man kann die Demenzform nach Alter (präsenile unter 65; senile ab 65) oder nach konkreter Krankheitsform gruppieren. Kategorisiert man Demenzformen nach den medizinisch festgestellten Phänotypen, kommt man auf ein vier primäre Demenzformen.

  • Alzheimer
  • Vaskuläre Demenz
  • Lewy-Körperchen-Demenz
  • Frontotemporale Formen der Demenz (Pick Krankheit)

 

 

Alzheimer

Laut der Webseite des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung Alzheimer ist mit rund 65 Prozent der Krankheitsfälle (insgesamt 1.3 Millionen; Alzheimer 700.000) die weitaus häufigste Form der Demenz. Ihren Namen hat sie von ihrem Entdecker Dr. Alois Alzheimer, der die Krankheit 1906 erstmals feststellte. Grund für das Auftreten von Alzheimer ist das vermehrte Absterben von Nervenzellen und Nervenzellverbindungen im Gehirn. Besonders betroffen sind meist die Bereiche im Gehirn, wo sich Gedächtnis, Orientierung, Denken und Sprache befinden. Alzheimer tritt in der Regel erst ab 65 auf, ist jedoch auch schon bei jüngeren Menschen festgestellt worden. Haben im Schnitt sechs von Hundert Siebzigjährigen Alzheimer, so ist es unter den über Fünfundneunzigjährigen schon jeder Dritte.

 

Man hat noch kein Mittel gegen Alzheimer gefunden, das die Krankheit nach Auftreten heilt, aber man kann durch bestimmte Maßnahmen das Auftreten hinauszögern oder durch Einnahme von Medikamenten die Geschwindigkeit der Degeneration verlangsamen. Die nichtmedikamentöse Behandlung von Alzheimer umfasst Verhaltenstherapie, kognitives Training, Ergotherapie, Biographie-Arbeit oder Realitätsorientierung. In allen Bereichen geht es darum, die betroffenen Gehirnbereiche zu mehr Arbeit zu stimulieren oder rege zu halten. Am meisten Erfolg haben medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden, wenn sie frühzeitig zum Einsatz kommen. Sich generell geistig rege zu halten, wirkt vorbeugend gegen Alzheimer.

 

Vaskuläre Demenz

Vaskuläre Demenz ist nach Alzheimer die häufigste Form der Demenz. Sie kommt oft durch einen Hirnschlag oder eine Serie von Schlaganfällen zustande, wo das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde. Besondere Risikofaktoren sind hier übermäßiger Alkoholkonsum, Diabetes, Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen. Symptome sind, dass der Patient oft schwankt oder nicht in der Lage ist seinen Urinfluss zu kontrollieren.

 

Lewy-Körperchen-Demenz

Die Lewy-Körperchen-Demenz ist eine Variante der Alzheimer-Demenz bzw. ähnelt dieser in vielerlei Hinsicht. Die Patienten haben ähnliche aber oft deutlich heftiger auftretende Symptome als bei Alzheimer üblich. Im Unterschied zu Alzheimer-Kranken sehen von der Lewy-Körperchen-Demenz betroffene Menschen oft Dinge, die gar nicht da sind – sie leiden also unter Halluzinationen. Ebenso unterscheidet sich die Lewy-Körperchen-Demenz dadurch, dass das Gedächtnis oft unbeeinträchtigt weiter funktioniert trotz anderer kognitiver Störungen und Patienten leiden häufig unter extremen Schwankungen, was körperliche und geistige Verfassung betrifft. Sie tritt oft in Kombination mit Parkinson auf und ist daher auch medikamentös heikel – Patienten reagieren auf manche Medikamente sehr schlecht. Ebenso wie Alzheimer ist Lewy-Körperchen-Demenz letztendlich nicht heilbar.

 

Frontotemporale Demenz

Frontotemporale Demenz (auch Morbus-Pick oder Pick Krankheit genannt) ist eine sehr seltene Form der Demenz, wo besonders Zellen im vorderen Hirnbereich absterben und bei der die Patienten oft an extremer Unruhe leiden, emotional abgeschottet sind und häufig sehr reizbar oder aggressiv werden. Auch diese Demenzform ist nicht heilbar.

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