Vitamine für Senioren – Eine kurzweilige Einführung

In keinem Supermarkt und in keiner Drogerie kommt man heute an ihnen vorbei: Den Nahrungsergänzungsmitteln.

Gerade Präparate mit einer Vielzahl von Vitaminen werden in allen Farben, Formen und Preisklassen angeboten. Fast entsteht der Eindruck, der normale Mensch könne mit einer angemessenen Lebensweise und einer ausgewogenen Ernährung den Bedarf an Vitaminen nicht mehr decken!

Gerade Senioren greifen häufig zu den angebotenen Tabletten, Pulvern oder Lösungen. Dabei ist es auch für Senioren kein Problem den jeweiligen Vitaminbedarf über die Ernährung zu decken. Dass dies ohne Weiteres möglich ist, wollen wir Ihnen in den nächsten Wochen im Rahmen unser Blogserie „Vitamine für Senioren“ gerne beweisen.

Dabei wollen wir jedes Vitamin einzeln unter die Lupe nehmen und Ihnen zeigen, inwieweit gerade für Senioren eine besondere Bedeutung der jeweiligen Vitamine besteht.

Vitamintabletten

Die Einnahme von Vitamintabletten ist in den meisten Fälle absolut unnötig (Foto by SOCIALisBETTER FlickR)

Heute: Eine Einführung

Klar, überall ist die Rede von Vitaminen und viele Hersteller werben auf den Verpackungen ihrer Produkte mit den enthaltenen Wunderstoffen. Doch was genau ist eigentlich ein Vitamin?

Vitamine sind zunächst einmal chemische Stoffe. Dabei ähneln sich die einzelnen Vitamine vom Aussehen her nur selten. So verschieden ihre Strukturen sind, so verschieden sind auch ihre Funktionen im Körper des Menschen.

Einige Vitamine beeinflussen das Immunsystem im positiven Sinne, andere sind an der korrekten Synthese unserer Blutbestandteile beteiligt. Dann gibt es wiederum solche Vitamine, die wichtig für den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten sind. Und es gibt Vitamine, die am erfolgreichen Auf- und Umbau aller Zellen des menschlichen Körpers mitwirken. Im Grunde gibt es kaum einen Vorgang in unserem Organismus, der nicht von einem Vitamin beeinflusst wird.

Wir sehen also, dass Vitamine unerlässlich für das Funktionieren des menschlichen Körpers sind.

Doch sind wirklich alle Vitamine unerlässlich?

Nun ja, im Grunde sind das Vitamin D und auch das Niacin nicht essentiell (sie müssen dem Körper nicht unbedingt zugeführt werden). Rein theoretisch könnten diese Vitamine vom Körper selber hergestellt werden. Die Synthese allerdings fällt in den meisten Fällen viel zu gering aus und genügt demnach nicht, um den Bedarf zu decken.

Der Körper kann die übrigen Vitamine nicht selbst synthetisieren. Und damit gehört der Mensch evolutionär gesehen zu einer echten Ausnahme. Es gibt beispielsweise nur sehr wenige Lebewesen, die Vitamin C nicht selber herstellen können.

Außer uns sind im Übrigen auch Meerschweinchen und diverse Affenarten nicht zur Vitamin-C-Synthese befähigt.

Und dann gibt es da noch die Einteilung in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine…

Zu den fettlöslichen Vertretern zählen die Vitamine A, D, E und K. Sollten Sie jemals in die Verlegenheit kommen die fettlöslichen Vitamine aufzählen zu müssen, kommt hier eine Eselsbrücke: Merken Sie sich einfach EDEKA.

fettlösliche Vitamine

Zu den fettlöslichen Vitaminen zählen: E, D, K, A (Foto by Will Palmer FlickR)

Fettlösliche Vitamine lösen sich wie der Name schon sagt in Fett, nicht aber in Wasser. Und genau deswegen ist es so wichtig den so beliebten Möhrensalat mit einem kleinen Löffel Öl zu beträufeln, damit sich die Vitamine darin lösen können. Tuen sie das nämlich nicht, kann der Körper sie auch später nicht aufnehmen.

Es genügt im Übrigen ein Esslöffel Öl auf eine große Salatschüssel, um alle Vitamine sicher aufnehmen zu können. Fettlösliche Vitamine aufnehmen heißt also nicht, dass zusätzlich unnötig viele Kalorien zugeführt werden müssen.

Da unser Körper für gewöhnlich über ziemlich viel Fettgewebe verfügt, können die Vitamine dieser Gruppe in der Regel im großen Maße eingelagert und gespeichert werden.

Selbst wenn man ein paar Tage also kein Vitamin A zu sich genommen hat, wird wohl kaum ein Mangel entstehen.

Diese Speicherkapazität hat allerdings auch einen Nachteil: Nimmt man konsequent zu viele fettlösliche Vitamine auf, kann eine sogenannte Hypervitaminose entstehen. Der Körper hat einfach zu viel Vitamin eingelagert und auf einmal wirkt das Vitamin wie ein Gift. Es kommt zu zahlreichen unschönen Störungen im Körper. Oftmals zeigen sich Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Teilweise wurden auch Verwirrtheitszustände beobachtet.

Dies allerdings geschieht nur sehr sehr selten. Meistens bei einer Überdosierung mit Vitamintabletten. Wir sehen also: Viel hilft nicht immer viel!

Und wir können auch feststellen, dass die Einnahme von Vitamintabletten – neben den Kosten – auch noch andere Schattenseiten hat.

Eine Überdosierung mit wasserlöslichen Vitaminen ist im Übrigen nicht möglich. Diese lösen sich, wie der Name schon sagt, bestens im kühlen Nass. Deswegen kann ein Zuviel an aufgenommenen wasserlöslichen Vitaminen über den Urin ausgeschieden werden.

Wasserlösliche Vitamine werden allerdings vom Körper oftmals nicht so gut gespeichert. Deswegen kann nach wenigen Tagen mitunter schon ein Mangel an einzelnen Vitaminen entstehen.

Achtung: Besonders viel hilft bei Vitaminen nicht Viel!

Wer jetzt denkt, er müsse jeden Tag große Mengen an Vitaminen aufnehmen,weil sie so wichtig für unseren Organismus sind, der irrt sich.

In der Regel genügt es, sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu halten. Denn wie wir schon gesehen haben, man könnte sich erstens selbst vergiften und zweitens wird alles, was über den Bedarf hinaus geht, ohnehin wieder ausgeschieden und endet letztlich in der Toilette. Wäre doch schade drum.

Die meisten handelsüblichen Vitamintabletten enthalten schon den Tagesbedarf aller wichtigen Vitamine. Wer sich dazu noch halbwegs normal ernährt, führt seinem Körper viel mehr Vitamine zu, als er gebrauchen kann. Vitamintabletten nutzen im Endeffekt also nur denen, die sie verkaufen.

Wer natürlich den Geschmack der beliebten Brausetabletten nicht missen mag, nun ja, der tut sich immerhin wenig  Schlechtes – gesetzt dem Fall, Sie beschränken sich auf eine Tablette am Tag. Nur helfen tut es eben in den wenigsten Fällen.

Was sind nun die richtigen Vitamine für Senioren?

Erst einmal soviel: die falschen Vitamine gibt es nicht. Alle Vitamine werden wie schon erwähnt vom Körper benötigt. Doch gibt es einige Vertreter, die für Senioren wichtiger sind als die anderen.

Vitamin C und D gehören zum Beispiel zu den besonders relevanten Vitaminen für Senioren.

Warum das so ist, werden wir in den nächsten Wochen genauer analysieren.

Doch auch andere Vitamine sind in ihrer Funktion gerade für Senioren nicht zu unterschätzen.

Unwichtige Vitamine gibt es nämlich nicht.

Sind Sie also neugierig geworden, welche Vitamine gerade für Sie als Senioren besonders relevant sind und haben Sie Interesse mehr über die verschiedenen Vitamine zu erfahren?

Dann sollten Sie in den nächsten Wochen öfters in unserem Blog vorbeischauen.

Wir würden uns freuen!

Das richtige Vitamin gibt es nicht - alle sind auch für Senioren wichtig. Einige nur eben wichtiger! (Foto by Horia Varlan FlickR)

About Mel

Melanie Reichelt (26) ist Master Studentin im Bereich Ernährungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). In den Bereichen Ernährung, Gesundheit & Medizin hat Sie fundiertes Fachwissen, welches Sie in Ihren Blogbeiträgen vermitteln will. Mel würde sich über Kommentare zu Ihren Beiträgen freuen. :)
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2 Responses to Vitamine für Senioren – Eine kurzweilige Einführung

  1. L. Bergmann says:

    In der Regel werden die Deutschen laut Natilnaler Verzehlsstudie von 2008 mit allen Micro-Nährstoffen einigermaßen ausreichend versorgt.
    Drastische Ausnahme: Vitamin D.
    Da Vitamin D bei uns zu fast 90 Prozent durch die UVB-Strahlen der Sonne (oder im Solarium) über die Haut gebildet und dann im Körper selbst zu einem lebenswichtigen Hormon umgewandelt wird, sind wir auf dieses Zusammenspiel von Sonne und Haut angewiesen für die optimale Versorgung.
    Die aber verhindert einerseits unsere moderne, wenig „sonnenfreundliche“ Lebensweise, im Alter aber noch zusätzlich die nachlassende Aufnahmefähigkeit der Haut.
    Über 70 Prozent der äletern Bundesbürger haben einen Vitamin D-Mangel, mindestens aber eine „Unterversorgung“. Die Konsequennzen sind so vielfältig, dass hier für ihre Aufzählung kein Platz ist. Allein in 2010 sind weit über 2.000 wissenschaftliche Studien zu diesem Thema erschienen.

    Die wichtigsten jeweils aktuellen wissenschafltichen Erkenntnisse werden in einem Weblog
    http://www.SonnenNews.de
    zusammengefasst mit jeweils direktem Link auf die Studie selbst.

  2. LiDa says:

    Interessanter Artikel. Ich habe viel Neues erfahren. Vielen Dank

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