Mundtrockenheit – So bleibt Ihnen die Spucke nicht weg!

Jeder vierte Erwachsene klagt über Mundtrockenheit, die sogenannte Xerostomie. Dabei ist eine ausreichende Speichelproduktion absolut notwendig.

Der Körper produziert normalerweise 0,7 Liter Speichel in den 3 paarig angelegten Speicheldrüsen. So kann die Mundhöhle feucht gehalten und die Ansiedlung von Keimen verhindert werden. Zudem enthält der Speichel Calcium und Phosphat, welche den Zahnschmelz mineralisieren und widerstandsfähiger gegen Karies machen.

Zusätzlich ist wissenschaftlich erwiesen, dass auch Zahnfleisch und Mundschleimhaut von einer ausreichenden Speichelproduktion profitieren.

Speichel – ein wahres Allround-Talent

Neben den bereits erwähnten Funktionen, erfüllt der Speichel noch eine Reihe anderer Aufgaben:

  • Speichel enthält Enzyme, die vor allem an der Verdauung von Zuckern beteiligt sind
  • Speichel feuchtet die aufgenommene Nahrung an und macht sie dadurch schluckfähig
  • Durch die gleichmäßige Befeuchtung der Mundschleimhaut wird Sprechen, Schmecken und Kauen ermöglicht
  • Bei der Aufnahme von säurereichen Lebensmitteln gelangen Säuren in den Mundraum, die erst durch den Speichel selbst neutralisiert werden können. Bleibt eine ausreichende Speichelproduktion aus, bleibt die Neutralisation aus und der Zahnschmelz kann angegriffen werden
Zähne

Eine ausreichende Speichelproduktion hält Zähne und Zahnfleisch gesund (Foto by david_shankbone Flickr)

Wie erkenne ich die Zeichen der Mundtrockenheit?

Neben rissigen Lippen, Entzündungen im Mund und vermehrt auftretenden Zahnfleischbluten, sind auch Geschmacksstörungen und Mundgeruch erste Anzeichen. Auch eine Prothesenunverträglichkeit mit fehlender Haftfähigkeit und Druckstellen kann auf eine Xerostomie hindeuten.

Natürlicherweise nimmt die Speichelproduktion im Alter ab, zudem kann aber auch eine Reihe von Medikamenten das Problem verschlimmern.

Zu ihnen zählen unter anderem die Blutdruck-senkenden Beta-Blocker, harntreibende Mittel (sogenannte Diuretika), Arzneien gegen Herzrhythmusstörungen aber auch Parkinson-Medikamente und Antidepressiva.

Daneben können auch Stress und Diabetes die Xerostomie begünstigen.

Was tun, wenn die Spucke wegbleibt?

  • Morgens und abends mindestens für 2 Minuten die Zähne putzen
  • Trinken Sie häufig – auch wenn Sie keinen Durst verspüren – einen Schluck Wasser oder zuckerfreien Tee
  • Kauen Sie zwischendurch Rohkost (Möhren, Gurken, Paprika) oder Obst mit geringen Säureanteil (Melone)
  • Intensive Geschmacksreize – vor allem scharfe Speisen – beugen dem Trockenheitsgefühl im Mund vor
  • Kaugummikauen erhöht die Speichelproduktion um das Zehnfache. Greifen Sie dabei jedoch zu Zuckerfreien Kaugummis. Das  darin oftmals enthaltene Xylit hat einen zusätzlichen positiven Effekt auf den Zahnschmelz und wirkt prophylaktisch gegen Karies.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kaugummikauen nach dem Essen oder Trinken – immer vorausgesetzt, dass die Zähne regelmäßig zwei Mal täglich geputzt werden – das Kariesrisiko um bis zu 40 Prozent reduzieren kann.

Melone

Ab und an ein Stück Melone kann helfen die Mundtrockenheit zu verringern (Foto by WTL photos Flickr)

Erkennen Sie Mundtrockenheit rechtzeitig und beachten ein paar kleine Hinweise, können Sie auch morgen noch kräftig zubeißen.

About Mel

Melanie Reichelt (26) ist Master Studentin im Bereich Ernährungswissenschaften an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). In den Bereichen Ernährung, Gesundheit & Medizin hat Sie fundiertes Fachwissen, welches Sie in Ihren Blogbeiträgen vermitteln will. Mel würde sich über Kommentare zu Ihren Beiträgen freuen. :)
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