Fremdsprachenkenntnisse verbessern die Leistung Ihres Gehirns

Das Fremdsprachenkenntnisse enorme Vorteile im Berufsleben bringen ist sicherlich kein Geheimnis mehr. Mittlerweile haben sich ebenfalls einige Wissenschaftler mit diesem Thema befasst und sind zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Menschen die zwei- oder mehrsprachig leben haben eine verbesserte Gedächtnisleistung, die sogar dafür sorgen kann, dass der Ausbruch von Alzheimer Symptomen verschoben wird.
5392414554_0feb178544_oEllen Bialystock ist Neurowissenschaftlerin an der York University in Toronto. Durch Ihre Studien kam heraus, dass das regelmäßige Sprechen einer Fremdsprache positive Effekte auf das Gehirn hat.
Unser Gehirn besteht aus einem Netzwerk aus ungefähr 100 Milliarden Nervenzellen, die über kurz oder lang miteinander verbunden sind. Je mehr und je vielfältiger die Nervenzellen mit einander verknüpft sind, desto leistungsfähiger ist unser Gehirn. „Die Entwicklung der Gedächtnisleistung von zweisprachigen Personen im Laufe eines Lebens ist bemerkenswert,“ erklärt Dr. Bialystock. Es scheint als ob so etwas Alltägliches wie Sprechen sich positiv auf genau dieses Netzwerk in unserem Gehirn auswirkt.

 

Warum Mehrsprachigkeit dem Gehirn gut tut!

Diese Aussage bezieht im Wesentlichen eigentlich auf ein Problem das Mehrsprachigkeit mit sich bringt. Untersuchungen haben ergeben, dass bei Personen die mehrere Sprachen beherrschen, alle Sprachen zu jeder Zeit aktiv sind. Demzufolge muss mindestens eine Sprache ständig unterdrückt werden. Dies beansprucht vor allem den vorderen Teil unseres Gehirns, welcher für das Lösen von Problem und die allgemeine Aufmerksamsfähigkeit verantwortlich ist. Wie die Muskeln beim Sport werden die Verbindungen zwischen den Nervenzellen durch den ständigen Gebrauch verstärkt. Wer zweisprachig lebt, beansprucht letztendlich diesen Teil des Gehirn öfter und trägt somit zur Verbesserung der Gedächtnisleistung bei.
Untersuchungen mit Alzheimer Patienten haben ergeben, dass trotzdem das Gewebe bei ein- und mehrsprachigen Patienten gleichermaßen beschädigt war, letztere in den Tests wesentlich besser abschnitten. Im Durchschnitt verzögerte es die Symptome um etwa vier Jahre.

 

Also je mehr Sprachen man spricht, desto gesünder ist man?

Dr. Bialystock glaubt, dass es Hinweise gibt, die dies bestätigen. Leider gibt es hier aber einen praktischen Nachteil. Die überwiegende Mehrheit der zweisprachigen Menschen hat sich nicht aus Talent für Sprachen dafür entschieden zweisprachig zu leben, sondern eher weil es zum Leben notwendig war. Dreisprachigkeit in der Regel eine bewusste Wahl und hat oftmals mit sprachlicher Begabung und einem speziell auserwählten Bildungsweg zu tun. Deshalb sind diese Vorteile schwieriger zu messen.

 

Warum man nie zu alt ist

Je früher man damit beginnt eine Sprache zu lernen, desto besser wird man sie beherrschen. Auch die Fähigkeit akzentfrei mehrere Sprachen zu sprechen, ist grundsätzlich denen vorbehalten, die in jungen Jahren begonnen haben. Wenn es allerdings um die Gedächtnisleistung geht, ist es nie zu spät. Sprachenlernen stimuliert die mentalen Fähigkeiten und ist ein guter Weg um sein Gehirn fit zu halten.

 

Bild von: Susana Fernandez

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