Aus Diagnosemangel zur Selbstdiagnose

Als Personal Trainer und Schmerztherapeutin habe ich täglich mit ärztlichen Diagnosen und den Ergebnissen ihrer medizinischen Beratung zur Gesundheit von meinen Klienten zu tun.

 

laptop and stethoscopeDiagnosen ergänzen und verstehen

Abgesehen von inhaltlosen, medizinischen Verlegenheits-Diagnosen wie zum Beispiel der Fibromyalgie, oder schlichtweg falschen Diagnosen, ist der Patient oft nicht mal in der Lage, das Ergibnis der medizinischen Beratung zu nennen, weil diese entweder nicht genannt, oder nur unzureichend erläutert wurde. So bleibt mir oft nur die eigene Recherche und Untersuchung, damit ich dem Patienten dann zielgerecht helfen kann.

 

Fachliche Informationsschnittstelle für Gesundheitsberater anderer Fachstellen

Da meine Ausbildung kein Medizinstudium umfasst, bin ich auf Informationen aus dem Internet angewiesen und bin dank dem Wissen meiner Ausbildung sehr gut in der Lage die Informationen zur Diagnostizierung der Gesundheit meiner Klienten auf deren Richtigkeit zu überprüfen und dann für seine Heilung zu nutzen. Des weiteren bin ich der Meinung, dass das wohl kleinere Übel darin besteht, wenn sich ein „Medizin-Laie“ einmal zu oft, als einmal zu wenig über seinen Gesundheitszustand informiert, auch wenn er sich die beschriebenen Symptome daraufhin nur einbildet und dann unnötig einen Mediziner aufsucht.

 

Götter in Weiss vs autonomer Patient

Für Informationen und Deren Beschaffung gilt leider auch im Bereich der Medizin eine „Hol-Pflicht“ anstatt einer „Bring-Pflicht“. Dank den Informationen aus dem Netz ist es nun Jedem möglich, die ärztlichen Aussagen zu überpfüfen, oder mangelhaft erläuterte, erhaltene Information zu ergänzen und zu verstehen. Hinzu kommt die Möglichkeit, sich über alternative Behandlungsinformationen, welche oft verschwiegen werden, zu informieren und diese in Anspruch zu nehmen. Die medizinische Beratung aus dem Internet stellt somit die Grundlage einer autonomen Eigenverantwortung über unsere Gesundheit dar und nimmt den „Göttern in Weiss“ die unverdiente Macht, sich auf Kosten der Gesundheit ihrer Patienten zu bereichern. Abschliessend sei gesagt, dass es das Symdron des Hypochonders schon länger gibt, das den Zugang zu Informationen aus dem Internet. Es kann also kaum davon ausgegangen werden, das der Zugang zu Informationen diese Angst vor eingebildeten Symptonen zu verantworten hat. Vielmehr ist doch ein unbekannter Feind viel beängstigender, als Jener, dessen Namen und Heilungsmöglichkeiten man kennt und von dem man weiß, dass nicht nur man Selbst davon betroffen ist.

 

Mein Fazit

Ich denke, dass man keine negativen Konsequenten dieses Internet Trends zu befürchten hat, so lange es nach dem Erstellen einer Selbstdiagnose keine Anleitung für chirurgische Eingriffe zu Hause, oder den Erhalt von verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt.
Creative Commons LicenseBild von: jfcherry via Compfight

This entry was posted in Gesundheit and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *